FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren   ProfilProfil   LoginLogin 

Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   

Fr. 15.02.08 Hamburg, Color Line Arena


Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen     Foren-Übersicht -> On Tour
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
faith



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 06.11.2007
Beiträge: 1177
BeitragVerfasst am: 16.02.2008, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich kann nur sagen, ich fand das Konzert super!!!
Und ich stand tatsächlich in der 1. Reihe, obwohl
ich eine Sitzplatzkarte hatte(Innenraum war schon ausverkauft,als ich meine Karte bestellt hatte)Ich sitzte also
auf meinem Platz,plötzlich steht da einen
Frau neben dem Ordner vor mir und will
unbedingt in den Innenraum,der sagt aber,
in diesem Block ist kein Platz mehr frei.Ich springe
auf und frage, ob sie mit mir tauschen möchte, und da
hatte ich plötzlich eine Karte für den Innenraum!
Das ganze war so ca. um fünf vor acht und als
Robert & Co. die Bühne betraten stand ich in
der 1. Reihe!
Das Konzert war fantastisch und ich habe
Robert bei Close To Me eine Kusshand
zugeworfen, dei er (auch wenn das jetzt keiner glaubt)
aufgefangen hat.Außerdem mehrfach
Blickkontakt mit Robert und Porl(ich stand an der linken Seite),
und Porl hat mir zugewunken.
Porls trug gestern Strapse und schwarze Lack-Damenschuhe
(mit einem Absatz)!
Den Keyborder habe ich nicht vermisst, selbst Plainsong
funktioniert ohne bestens(hast Recht, Frosch)!
Für mich ein wunderschöner Abend und ich freue
mich schon auf Oberhausen!
@Princess:Ich kann gar nicht mehr aufhören mit rumhüpfen und das Grinsen geht auch nicht mehr weg! :yaya:

Allen die heute in Berlin dabei sind, wünsche ich viel Spaß! *wink*
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Leveller



Anmeldungsdatum: 26.01.2008
Beiträge: 28
Wohnort: Darmstadt
BeitragVerfasst am: 16.02.2008, 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

faith hat folgendes geschrieben:
Porls trug gestern Strapse und schwarze Lack-Damenschuhe
(mit einem Absatz)!


:wasdas: Das will doch keiner sehen :lool:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
nothing



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 36
Wohnort: Aachen
BeitragVerfasst am: 17.02.2008, 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fand das HH-Konzert gut, aber eben nicht klasse!!!
Meine Bedenken/Kritik deckt sich mit den Aussagen einiger hier im Forum.

Positiv:
+ Spielfreude der Band
+ ca. 3.05 Std.
+ ein paar kleine Überraschungen in der Setliste
+ die bemerkenswerten Versuche das Keyboard auszugleichen
+ nach langer Zeit noch mal ein starkes "A Forest"
+ Jumping someone elses Train, Killing an Arab

Negativ:
- Stimmung in der Halle
- fehlendes Keyboard, dadurch viel zu metall-lastig (Ansichtssache)
- bis auf Plainsong+ ... impossible Things + encores ein einziger soundteppich
- keine großes Überraschungen in der Setliste (siehe Stockholm, Oslo...)
- kam mir manchmal vor wie eine Best-Of-Singles-Tour + e-gitarren-füller
- 2 aus 3 neuen songs (außer The Boy ....)
- Last Song "Faith" (ist aber nur persönliche Ansicht)

Meine Fazit:
Ein gutes Konzert, aber:
das Intermezzo ohne Keyboard zugunsten des guten Rückkehrers Porl war ja mal interessant und spannend zu erleben, entsprechend ist ja auch die Setliste ausgerichtet. Jetzt ist es aber genug, es wissen doch jetzt alle, was Robert+Simon+Porl können. Denn die Tiefe einiger Songs geht mir manchmal völlig ab und es fehlt mir einfach ein Schuss Cure-Melancholie.

Steinigt mich ... sofort!!!
_________________
voices sad and distant now
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
airlock



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 15.10.2007
Beiträge: 158
Wohnort: hh
BeitragVerfasst am: 17.02.2008, 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

ich fand den hh-gig wieder sehr schön. das publikum habe ich anders wahrgenommen. es war zwar verhältnismäßig leise (leider nicht ungewöhnlich in hh), aber dennoch sehr freundlich, bunt gemischt und aufmerksam ...wie man es von cure-konzerten auch gewohnt ist. definitiv weniger pro7-gelegenheitspublikum als auf anderen großen gigs (REM war grauenhaft vor 2 jahren).

ansonsten fand ich die band klasse, wirklich sehr spielfreudig und auch die setlist hatte mit hot hot hot, how beautiful..., jumping... oder primary tolle tracks zu bieten. was mich eher stört ist, dass die ein oder andere nummer neuerdings langsamer oder schlapper gespielt wird als sonst. disintegration oder primary funktionieren meinem gefühl nach einfach nicht in dem schneckentempo, dafür hat man die alten energetischeren versionen auch schon zu oft gehört.

das fehlen der keyboards fand ich ok, da die band im moment eben ihre psychedelic-rock-seite stärker betont, was ich nach vielen cure-touren als schöne abwechslung empfinde. aber das muss man eben mögen.

wehrmutstropfen: die neuen tracks, ausser a boy i never... macht mir das bisher kaum lust auf die neue platte. please project klingt echt wie ne mischung aus letter to elise und signal to noise und trotzdem bleibt kaum was hängen ...seltsam.
naja, hoffentlich hat das versprochene doppelalbum mehr zu bieten ...

fazit: gut, besonders in anbetracht der tatsache das die band uns mit diesen sets wirklich verwöhnt und so eine spielfreude dabei an den tag legt. (andere bands sind bei weitem nicht so "down" mit ihrer discografie wie robert und co, und für den lässigen eintrittspreis ist das ist schon ganz große klasse, finde ich).
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ByStarlight



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 21.11.2006
Beiträge: 1657
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: 17.02.2008, 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

ich meld mich dann nach einem schönen wochenende in hh auch wieder zurück und fands toll, mein aller erstes cure-konzert. ich fands toll so überraschend weit vorne zu stehn, ich fands toll zu sehen, was fürn spaß die herrschaften auf der bühne hatten und was sie da geleistet haben und hab auch an der setlist nix zu mäkeln weils mir sowieso egal war, was da kommt, fand nur die orgel vom band bei close to me ein bisschen schade. aber ich war richtig glücklich.
und das seltsame reisegrüppchen *wink* unter der kompetenten leitung von frau princess war auch ganz nett; ich hoff, ihr hattet noch viel spaß in berlin (und ich hoff, begbie is nich irgendwann erforen unterwegs ;) )

@ faith du warst ja dann gar nich so weit von uns weg, wir standen auch (eher) auf porls seite, bloß ein kleines stückchen weiter hinten.
also dann, warten auf oberhausen...

achso, und falls jemand ein foto von simon in dem tollen at night-licht gemacht haben sollte...fänd ich das auch toll ;)
_________________
And my old friends, I can remember when
You cut your hair
I never saw you again
Now the cities we live in
Could be distant stars
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
La Ment



Anmeldungsdatum: 10.02.2008
Beiträge: 9
BeitragVerfasst am: 17.02.2008, 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwelche Vorhersagen wie das Publikum in München und Oberhausen sein wird? Eher statisch, apathisch alá HH oder Berlin-like (oder wenigstens so in etwa...das wäre auch schon dufte.)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Catherine



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2006
Beiträge: 5972
BeitragVerfasst am: 17.02.2008, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

faith hat folgendes geschrieben:
@Princess:Ich kann gar nicht mehr aufhören mit rumhüpfen und das Grinsen geht auch nicht mehr weg! :yaya:



:zwinker
_________________
the princess effect
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
The Incoming Comet



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 5511
Wohnort: DD
BeitragVerfasst am: 17.02.2008, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Fand das Konzert toll, obwohl ich den Sound etwas leise fand. Die Zugaben waren etwas zu vorhersehbar aber was solls... an der Stelle an der wir standen war das Publikum eigentlich recht anständig, bis auf den "most smelliest freak I've ever seen" Winken Mr. Green Gegen Ende wurde geschuppst, gesprungen, gepogt... was solls man sich zu Impossible things auf großartig bewegen? Porl's Outfit war witzig... entdeckt er jetzt mit 50 seinen Wunsch eigentlich lieber ne Frau zu sein? hmmmmmmmm... später schreib ich mal mehr dazu... hab auch Videos gemacht... Winken
_________________
Meanwhile millions of miles away in space
The Incoming Comet brushes Jupiter's face
http://cureforum.communityhost.de/?t=1212882866
http://www.lastfm.de/user/datCometchen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Desperado



Anmeldungsdatum: 09.02.2008
Beiträge: 71
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

also ich fand das konzert richtig geil. die negativen kommentare einige hier, habe ich so nicht empfunden. den bericht der zeit finde ich ganz passend, daher poste ich ihn hier mal. (interessant ist die ankündigung der weiteren konzerte - die zeit scheint wieder in den grenzen von 42 zu denken... Lachen )

DIE ZEIT


Es ist dunkel, lächeln wir also

Lippenstift, Kajal und ganz viel Haarspray: The Cure sind auf Deutschlandtour. Ein Bericht vom Auftaktkonzert in Hamburg

Von Jan Kühnemund

Es fühlt sich an wie früher, als Mama und Papa um 23 Uhr den Hobbykeller betraten, das Licht anschalteten, die Musik abdrehten und die Freunde nach Hause schickten. Die Party hatte früh begonnen und war viel zu schnell vorbei.

Als das Saallicht dem Konzert von The Cure um 23 Uhr 20 ein Ende macht, will kaum jemand gehen. Dreieinhalb Stunden hat die Band in der Hamburger Color-Line-Arena gespielt, fast vierzig Stücke. Den meisten Zuschauern ist das nicht genug. Die Tage zuvor in Oslo, Stockholm und Kopenhagen hätten sie länger gespielt, erzählt ein Engländer, der die ganze Europa-Tour begleitet. Heute hätten sie eigentlich nur bis elf spielen sollen, "they have to catch a plane to Berlin".

Viereinhalb Stunden zuvor eröffnet die englische Gruppe 65 Days Of Static das Konzert mit ihrem rumpeligem Instrumentalrock. Schwelgerisch und melodiös klingt das, passt aber überhaupt nicht zu The Cure. In der Umbaupause schallen Walgesänge durch die Halle. Nach vierzig langen Minuten gehen sie über in ein synthetisches Wabern, die ersten Töne des Plainsong.

Das Licht geht aus, und drei Musiker schlurfen auf die Bühne. Vorne rechts findet der Bassist Simon Gallup seinen Posten, links der Gitarrist Porl Thompson, und hinter einer Batterie aus Trommeln und Becken verschanzt sich Jason Cooper. Ein paar Schritte hinter den anderen tritt der Sänger Robert Smith aus dem Dunkel.

Die Vier hören sich die sanften Töne vom Band noch ein bisschen an und fallen schließlich in eine instrumentale Begrüßung ein. Minutenlang schicken sie die behäbige und hymnische Melodie des Plainsong in jeden Winkel der Arena. "'I think it's dark and it looks like rain' you said, 'and the wind is blowing like it's the end of the world' you said, 'and it's so cold it's like the cold if you were dead', and then you smiled for a second", singt Smith. So sind The Cure: Am Ende der Welt, es ist dunkel, es ist kalt, wahrscheinlich wird es gleich regnen, lächeln wir also.

Robert Smith lächelt viel. Er rollt mit den Augen und grient erwartungsfroh ins Publikum. Er redet wenig, zwischen den Stücken näselt er allenfalls ein "nn kju" ins Mikrofon. Die Musiker stehen in einem Halbrund aus hundert bunten Scheinwerfern, von der Decke hängen Lichterketten. Im Hintergrund werden schräge Videos und Bilder auf vier lange Tücher projiziert.

Smith, Gallup und Thompson sind komische Gestalten: Der hochgewachsene Gallup trägt schwarze Leggins, hohe Stiefel und eine ärmellose Weste, seine Haare sind blondiert. Er spielt gebückt, denn sein Bass hängt tief. Thompson ist kahl und stämmig, Lederstrapse umspannen seine Beine, seine Augen liegen in dunklem Kajal. Robert Smith trägt ein weites, schwarzes Hemd und eine Militärhose, sein Mund ist leuchtet rot, die Augen sind schwarz umschmiert. Einer alternden Matrone gleich bewegt er sich im behäbigen Wiegeschritt über die Bühne. Wenn er sich überhaupt bewegt.

Dem Plainsong folgen andere Stücke des Albums Disintegration von 1989. Es ist eine der besten Platten der Band. Noch nach fast 20 Jahren nimmt das Publikum sie begeistert auf und singt mit.

Robert Smith ist The Cure, er schreibt die Lieder und ist als einziger seit dem Gründungsjahr 1976 dabei. Seine kreativsten Phasen hatte er um seine runden Geburtstage herum: Mit 20 schrieb er das Album Pornography, mit 30 Disintegration, mit 40 Bloodflowers. Im kommenden Jahr wird Smith 50 Jahre alt, in Kürze soll eine neue Platte erscheinen.

Davon verraten The Cure in Hamburg kaum etwas. Sie spielen vorwiegend alte Lieder. Nach einer Stunde ruft ein Zuschauer: "Play some new stuff!" Das hört man selten bei Konzerten. Die Band antwortet mit Please Project, einem der neuen Stücke.

Kehrt musikalisch Ruhe ein, wird dem Publikum gemütlich. Zu To Wish Impossible Things liegen sich Pärchen verträumt in den Armen. Smith singt: "The sun shines cold and all the sky is grey, the stars are dimmed by clouds and tears, and all i wish is gone away." Seltsam, wie viele Menschen zu solchen Zeilen knutschen. Unabhängig vom Alter.

Offenbar funktioniert Popmusik mittlerweile generationenübergreifend. Ob bei Bruce Springsteen oder The Police, Metallica oder Genesis, das Publikum ist ähnlich. Alt und jung kramen für Depeche Mode die weißen Jeans aus dem Schrank, streifen für die Stones das Zungen-Hemd über, tragen Schweißbänder für Metallica und sich rüsten sich für The Cure mit schwarzer Lederjacke und Haarspray. Wer wollte früher schon die Musik seiner Eltern hören? Heute ist das scheinbar kein Problem mehr.

Hier stehen Grüppchen ergrauter Herren in Jeans, dort Mittdreißiger mit toupiertem Haar. Eine beachtliche Zahl von Besucherinnen trägt bauch- oder rückenfreie Oberteile, dazu kurze Röcke, hohe Hacken und Netzstrumpfhosen. Gewagt, schließlich hat es draußen Minusgrade, und die Halle ist zugig. Robert Smiths Haare hängen ihm wie Pasta vom Kopf. Den Zuschauerinnen hingegen sieht man an, dass da ein unterforderter Friseur am Werk war. Nicht ganz stilecht, aber bemüht. Einig tanzt das Publikum: Mund auf, Augen zu – und wippen.

Nach einer Stunde sind es der ruhigen Töne genug. Der Basslauf von Lullaby dröhnt so tief, dass die Klänge auf Windstößen reisen. Das Konzert versinkt im Gerumpel. In luftigen Popliedern wie The Walk ersetzt eine zweite Gitarre das ursprüngliche Keyboard, dadurch verlieren sie an Pfiff. Erst kurz vor Schluss dimmen The Cure die Lautstärke, so kommen immerhin One Hundred Years und Disintegration gut zur Geltung. Nach mehr als zwei Stunden huschen die Musiker von der Bühne.

Aber es stehen noch die Zugaben aus. Eine gute Stunde lang reiht die Band Hit an Hit: At Night, A Forest, Close To Me, Let's Go To Bed, Why Can't I Be You. Wenn alles Pulver verschossen zu sein scheint, spielt sie eine weitere bekannte Melodie. Das Publikum ist euphorisch. Sogar auf den Rängen stehen die Zuschauer, das haben hier nicht einmal Depeche Mode geschafft. Sie imitieren das OOOhhh-ooohhh-ooohhh-ooohhh des Keyboards in Play For Today dermaßen laut, dass man gar nicht mehr hört, ob da wirklich ein Keyboard ist.

Robert Smith singt die ersten Töne von Boys Don't Cry und bricht ab, als die ersten das Lied erkennen. "Ihr wisst ja gar nicht, ob wir das jetzt spielen", sagt er und grinst. Das wisse nur er, und eigentlich stünde etwas ganz Anderes auf dem Plan. Schließlich kommt es doch, ein bisschen behäbiger als auf der Platte. In den letzten vier Stücken finden The Cure ihr Tempo wieder, nichts ist verloren von der Kraft des Post-Punk, die sie einst beflügelte.

Ob sie den Flieger nach Berlin verpasst haben? Robert Smith dürfte es nicht stören, den Bus zu nehmen. Es heißt, er habe panische Flugangst.
The Cure spielen noch weitere Konzerte in Deutschland: 16.02.2008 Berlin23.02.2008 Wien25.02.2008 München27.02.2008 Zürich16.03.2008 Oberhausen



ZEIT online

08/2008
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
nothing



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 36
Wohnort: Aachen
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Desperado hat folgendes geschrieben:
also ich fand das konzert richtig geil. die negativen kommentare einige hier, habe ich so nicht empfunden. den bericht der zeit finde ich ganz passend, daher poste ich ihn hier mal. (interessant ist die ankündigung der weiteren konzerte - die zeit scheint wieder in den grenzen von 42 zu denken... Lachen )

DIE ZEIT


Es ist dunkel, lächeln wir also

Lippenstift, Kajal und ganz viel Haarspray: The Cure sind auf Deutschlandtour. Ein Bericht vom Auftaktkonzert in Hamburg

Von Jan Kühnemund

Es fühlt sich an wie früher, als Mama und Papa um 23 Uhr den Hobbykeller betraten, das Licht anschalteten, die Musik abdrehten und die Freunde nach Hause schickten. Die Party hatte früh begonnen und war viel zu schnell vorbei.

Als das Saallicht dem Konzert von The Cure um 23 Uhr 20 ein Ende macht, will kaum jemand gehen. Dreieinhalb Stunden hat die Band in der Hamburger Color-Line-Arena gespielt, fast vierzig Stücke. Den meisten Zuschauern ist das nicht genug. Die Tage zuvor in Oslo, Stockholm und Kopenhagen hätten sie länger gespielt, erzählt ein Engländer, der die ganze Europa-Tour begleitet. Heute hätten sie eigentlich nur bis elf spielen sollen, "they have to catch a plane to Berlin".

Viereinhalb Stunden zuvor eröffnet die englische Gruppe 65 Days Of Static das Konzert mit ihrem rumpeligem Instrumentalrock. Schwelgerisch und melodiös klingt das, passt aber überhaupt nicht zu The Cure. In der Umbaupause schallen Walgesänge durch die Halle. Nach vierzig langen Minuten gehen sie über in ein synthetisches Wabern, die ersten Töne des Plainsong.

Das Licht geht aus, und drei Musiker schlurfen auf die Bühne. Vorne rechts findet der Bassist Simon Gallup seinen Posten, links der Gitarrist Porl Thompson, und hinter einer Batterie aus Trommeln und Becken verschanzt sich Jason Cooper. Ein paar Schritte hinter den anderen tritt der Sänger Robert Smith aus dem Dunkel.

Die Vier hören sich die sanften Töne vom Band noch ein bisschen an und fallen schließlich in eine instrumentale Begrüßung ein. Minutenlang schicken sie die behäbige und hymnische Melodie des Plainsong in jeden Winkel der Arena. "'I think it's dark and it looks like rain' you said, 'and the wind is blowing like it's the end of the world' you said, 'and it's so cold it's like the cold if you were dead', and then you smiled for a second", singt Smith. So sind The Cure: Am Ende der Welt, es ist dunkel, es ist kalt, wahrscheinlich wird es gleich regnen, lächeln wir also.

Robert Smith lächelt viel. Er rollt mit den Augen und grient erwartungsfroh ins Publikum. Er redet wenig, zwischen den Stücken näselt er allenfalls ein "nn kju" ins Mikrofon. Die Musiker stehen in einem Halbrund aus hundert bunten Scheinwerfern, von der Decke hängen Lichterketten. Im Hintergrund werden schräge Videos und Bilder auf vier lange Tücher projiziert.

Smith, Gallup und Thompson sind komische Gestalten: Der hochgewachsene Gallup trägt schwarze Leggins, hohe Stiefel und eine ärmellose Weste, seine Haare sind blondiert. Er spielt gebückt, denn sein Bass hängt tief. Thompson ist kahl und stämmig, Lederstrapse umspannen seine Beine, seine Augen liegen in dunklem Kajal. Robert Smith trägt ein weites, schwarzes Hemd und eine Militärhose, sein Mund ist leuchtet rot, die Augen sind schwarz umschmiert. Einer alternden Matrone gleich bewegt er sich im behäbigen Wiegeschritt über die Bühne. Wenn er sich überhaupt bewegt.

Dem Plainsong folgen andere Stücke des Albums Disintegration von 1989. Es ist eine der besten Platten der Band. Noch nach fast 20 Jahren nimmt das Publikum sie begeistert auf und singt mit.

Robert Smith ist The Cure, er schreibt die Lieder und ist als einziger seit dem Gründungsjahr 1976 dabei. Seine kreativsten Phasen hatte er um seine runden Geburtstage herum: Mit 20 schrieb er das Album Pornography, mit 30 Disintegration, mit 40 Bloodflowers. Im kommenden Jahr wird Smith 50 Jahre alt, in Kürze soll eine neue Platte erscheinen.

Davon verraten The Cure in Hamburg kaum etwas. Sie spielen vorwiegend alte Lieder. Nach einer Stunde ruft ein Zuschauer: "Play some new stuff!" Das hört man selten bei Konzerten. Die Band antwortet mit Please Project, einem der neuen Stücke.

Kehrt musikalisch Ruhe ein, wird dem Publikum gemütlich. Zu To Wish Impossible Things liegen sich Pärchen verträumt in den Armen. Smith singt: "The sun shines cold and all the sky is grey, the stars are dimmed by clouds and tears, and all i wish is gone away." Seltsam, wie viele Menschen zu solchen Zeilen knutschen. Unabhängig vom Alter.

Offenbar funktioniert Popmusik mittlerweile generationenübergreifend. Ob bei Bruce Springsteen oder The Police, Metallica oder Genesis, das Publikum ist ähnlich. Alt und jung kramen für Depeche Mode die weißen Jeans aus dem Schrank, streifen für die Stones das Zungen-Hemd über, tragen Schweißbänder für Metallica und sich rüsten sich für The Cure mit schwarzer Lederjacke und Haarspray. Wer wollte früher schon die Musik seiner Eltern hören? Heute ist das scheinbar kein Problem mehr.

Hier stehen Grüppchen ergrauter Herren in Jeans, dort Mittdreißiger mit toupiertem Haar. Eine beachtliche Zahl von Besucherinnen trägt bauch- oder rückenfreie Oberteile, dazu kurze Röcke, hohe Hacken und Netzstrumpfhosen. Gewagt, schließlich hat es draußen Minusgrade, und die Halle ist zugig. Robert Smiths Haare hängen ihm wie Pasta vom Kopf. Den Zuschauerinnen hingegen sieht man an, dass da ein unterforderter Friseur am Werk war. Nicht ganz stilecht, aber bemüht. Einig tanzt das Publikum: Mund auf, Augen zu – und wippen.

Nach einer Stunde sind es der ruhigen Töne genug. Der Basslauf von Lullaby dröhnt so tief, dass die Klänge auf Windstößen reisen. Das Konzert versinkt im Gerumpel. In luftigen Popliedern wie The Walk ersetzt eine zweite Gitarre das ursprüngliche Keyboard, dadurch verlieren sie an Pfiff. Erst kurz vor Schluss dimmen The Cure die Lautstärke, so kommen immerhin One Hundred Years und Disintegration gut zur Geltung. Nach mehr als zwei Stunden huschen die Musiker von der Bühne.

Aber es stehen noch die Zugaben aus. Eine gute Stunde lang reiht die Band Hit an Hit: At Night, A Forest, Close To Me, Let's Go To Bed, Why Can't I Be You. Wenn alles Pulver verschossen zu sein scheint, spielt sie eine weitere bekannte Melodie. Das Publikum ist euphorisch. Sogar auf den Rängen stehen die Zuschauer, das haben hier nicht einmal Depeche Mode geschafft. Sie imitieren das OOOhhh-ooohhh-ooohhh-ooohhh des Keyboards in Play For Today dermaßen laut, dass man gar nicht mehr hört, ob da wirklich ein Keyboard ist.

Robert Smith singt die ersten Töne von Boys Don't Cry und bricht ab, als die ersten das Lied erkennen. "Ihr wisst ja gar nicht, ob wir das jetzt spielen", sagt er und grinst. Das wisse nur er, und eigentlich stünde etwas ganz Anderes auf dem Plan. Schließlich kommt es doch, ein bisschen behäbiger als auf der Platte. In den letzten vier Stücken finden The Cure ihr Tempo wieder, nichts ist verloren von der Kraft des Post-Punk, die sie einst beflügelte.

Ob sie den Flieger nach Berlin verpasst haben? Robert Smith dürfte es nicht stören, den Bus zu nehmen. Es heißt, er habe panische Flugangst.
The Cure spielen noch weitere Konzerte in Deutschland: 16.02.2008 Berlin23.02.2008 Wien25.02.2008 München27.02.2008 Zürich16.03.2008 Oberhausen



ZEIT online

08/2008



Danke für den Bericht und die Mühe!!! Ich finde, endlich mal ein annehmbarer, gelungener Artikel ...
_________________
voices sad and distant now
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Marjanne



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 02.05.2006
Beiträge: 1094
Wohnort: WSF
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 11:32    Titel: Antworten mit Zitat

Liegen Wien und Zürich tatsächlich wieder in Deutschland? Mr. Green
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Moneypenny



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 13.08.2007
Beiträge: 5
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

[quote=" Porl's Outfit war witzig... entdeckt er jetzt mit 50 seinen Wunsch eigentlich lieber ne Frau zu sein?


Mit den Schuhen nicht so abwegig Winken
Er trug schwarze Lack"pumps" mit Absätzen auf denen ich Probleme bekäme *g
Dank meines Sitzplatzes recht weit vorne links hatte ich das Vergnügen dieses Kunstwerk im ganzen bestaunen zu dürfen ! Lachen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
thecaterpillar



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.11.2007
Beiträge: 227
Wohnort: Hamburg
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Sooooo .... nach 2 Tagen Partylaune nun (leider) wieder zurück im Alltag. Es war ein super Freitag: zuerst der erste "reale" Kontakt mit DEM FORUM, dann gemeinsam zum/beim Konzert und anschließend einen super entspannten Ausklang im Kir.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
martin



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 30.06.2007
Beiträge: 332
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Lachen das mit Martin(a) ist wohl eine anspielung auf mich*g* alte Lovecats geschichte.

die verrückte mit dem rot-schwarzen wedel-teil stand etwa 3-5m neben mir, sah fast aus wie ein staubwedel. Lachen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MICHA



Anmeldungsdatum: 18.04.2006
Beiträge: 6423
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

curecurecure hat folgendes geschrieben:
MICHA hat folgendes geschrieben:
Die Dame in der ersten Reihe mit der Rose (?) hat mich leicht irritiert. Nun wirf das Ding noch endlich weg.....2h später >> schwupps - DANKE *wink*

Das war keine Rose, sondern ein selbstgebasteltes, palmenartiges Etwas. Winken


Ja, hab ich dann in Berlin auch gesehen. Winken In HH sah es von oben aus wie ne Rose - trotz Brille. Winken
_________________
Arbeiter der Liebe!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Untitled



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 01.05.2006
Beiträge: 4010
Wohnort: at the edge of the deep green sea
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 14:49    Titel: Antworten mit Zitat

Desperado hat folgendes geschrieben:

DIE ZEIT


Es ist dunkel, lächeln wir also

Ah, der Herr Kühnemund wieder. Der, der die Solo-Platte von Dave Gahan so geil verrissen hat. Mr. Green
Also der Artikel gefällt mir. Der Herr Kühnemund schreibt um Längen besser als dieser Typ von Welt online.
Und bei der Zeit bekommen sie auch wenigstens die Fakten auf die Reihe.
_________________
remembering you
standing quiet in the rain
as i ran to your heart to be near
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Untitled



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 01.05.2006
Beiträge: 4010
Wohnort: at the edge of the deep green sea
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

curecurecure hat folgendes geschrieben:
aber da kam dann irgendwie Untitled dazwischen und hat mich abgelenkt.

Mr. Green
Wenn er aus BN kommt, dann grüße ich ihn auch.
Los, meld Dich an! ;-)
_________________
remembering you
standing quiet in the rain
as i ran to your heart to be near
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Froschregen
Gast


BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 21:07    Titel: Antworten mit Zitat



Herr Smith in Hamburg
Nach oben
eternity



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 10.02.2008
Beiträge: 116
Wohnort: Oldenburg
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Schönes Bild! Sehr glücklich
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
wilco



Anmeldungsdatum: 02.05.2006
Beiträge: 669
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Für ein paar Stunden mal Play For Today:

http://www.goth-city-radio.com/the_cure_4tour_08/play_for_today.mp3

Cheers

Edit: aus HH natuerlich! ;-)
_________________
[center]http://www.the-cure-party.de
[url=http://www.the-cure-party.de]
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen     Foren-Übersicht -> On Tour Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
Seite 5 von 6

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Front Line Assembly member produziert... löffel Rock & Pop 3 26.07.2011, 17:16



Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group
Hosted by bboard.de

Impressum | Datenschutz


Igloo Theme Release v0.9 Created By: Igloo Inc. and PROX Designs in association with Kazer0 Designs.